Ossip Zadkine (1890-1967)
Bildhauer und Maler
Über die kubistische Bildhauerin Chana Orloff (1888-1968) lernte Eileen Gray in den 1920er Jahren den französischen Maler und Bildhauer Ossip Zadkine (1888-1967) kennen. Er stellte zusammen mit Orloff und Seizo Sougawara 1925 in Grays „Galerie Jean Désert“ aus. Eileen Gray war begeistert von den Arbeiten des Künstlers und lud ihn deshalb zu dieser Präsentation in ihrem Pariser Geschäft ein. Chana Orloff hatte zuvor schon an dem Design des Briefpapiers für „Galerie Jean Désert“ gearbeitet. Als Bildhauerin war sie damals Teil des Kubismus, einer Strömung, die Mensch oder Objekt in geometrischen Formen und aus mehreren Perspektiven gleichzeitig darstellte. Es ging dabei nicht um die bloße Reduktion, sondern viel mehr um das Darstellen, das Interpretieren der „inneren Struktur“ und der Vielschichtigkeit der Welt. In Grays Teppichen lassen sich die Ansätze verschiedener, damals neuer Kunstströmungen erahnen. Wie im Kubismus ein Motiv gleichzeitig aus mehreren Blickwinkeln dargestellt wird, muss auch ein Teppich eine Multiperspektive zulassen. Anders als ein klassisches Gemälde, in dem Oben und Unten schon die Aufhängung vorgibt, muss dieser „Bildträger“ von allen Seiten ein stimmiges Bild liefern.