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ohne Titel (Stuhl)
1926/27 | Stahlrohr, blau lackiert; Rohrgeflecht | © Vitra Design Museum, Weil am Rhein, Inv. MST-1034

Eileen Gray entwarf diesen Stuhl 1926/1927 in einer Phase des Übergangs: Während sie zunächst vom Art Deco geprägt war, entwickelte sie Mitte der 1920er Jahre zunehmend eine sachliche Formensprache, die sich der Moderne annäherte. Das geometrisch konstruierte, lackierte Stahlrohrgestell trifft auf eine bequeme Sitzfläche, die ursprünglich mit blauem Segeltuch bezogen war. In diesem Zusammenspiel von klarer Konstruktion und funktionalem Material zeigt sich eindrucksvoll Gray’s feines Gespür für Form, Material und Design. Er wurde ca. 1926-1930 in ihrem Geschäft „Jean Désert“ in Paris das erste Mal produziert. „Jean Désert“ war ein Showroom in Paris, den sie 1922 eröffnete, um ihre Möbel, Lampen, Textilien und Designobjekte direkt zu verkaufen. Ziel war es, innovatives modernes Design einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. In ihrem zweiten Haus, Tempe a Pailla in Castellar, stand der Vorläufer ihres „Roquebrune Chairs“ zunächst auf der Terrasse und wurde später für den Gebrauch in Innenräumen mit Leder bespannt und kunstvoll sowohl an der Rückenlehne als auch der Unterseite geschnürt. Er erinnert damit an die Korsetts einer Zeit, welche Gray mit ihren modernen Ideen längst hinter sich gelassen hatte.