Natalie Clifford Barney (1876-1972)
Schriftstellerin
Die Schriftstellerin Natalie Clifford Barney (1876-1972) unterhielt in Paris den Salon „Temple de l’Amitié“, ein Treffpunktt künstlerischer Avantgarde, den auch Eileen Gray besucht. Der Salon lag in der Nähe ihrer Pariser Wohnung. DieRue Bonaparte 21, war bis zu ihrem Tod 1976 ihr Zuhause. Durch die verschiedenen Persönlichkeiten, die dort ein- und ausgingen, lernte Eileen Gray auch Mitglieder der aus heutiger Sicht „queeren“ Kreise kennen. Sie selbst führte, wie auch Natalie Clifford Barney, Liebesbeziehungen zu Frauen und kleidete sich später ganz im Sinne einer „garçonne “. Dieser Begriff kam durch den Schriftsteller Victor Margueritte und seinem gleichnamigen Roman anfangs der 1920er auf. Eine „garçonne“ war eine Frau, die die damals allein den Männern zugeschreibende Eigenschaften erfüllte; also Talent, Logik, eingeständiger Umgang mit Geld und das Bewusstsein ihrer selbst besaß. Ergänzt mit einem kurzen Haarschnitt konnte aus Sicht der damaligen Gesellschaft eine so emanzipierte Frau nicht länger eine Frau sein. Sie war nun eine „garçonne“.