Loïe Fuller (1862-1928)
Schauspielerin und Tänzerin
Die amerikanische Tänzerin und Schauspielerin Loϊe Fuller (1862-1928) wurde mit ihrem Serpentinentanz zur Ikone der Belle Epoche. Erstmals nutze sie Licht auf der Bühne als inszenatorisches Mittel und erzielte gemeinsam mit ihrer Lebenspartnerin Gabrielle Bloch durch die Ausleuchtung langer Seidengewänder bis dahin unbekannte, spektakuläre visuelle Effekte. Fuller gilt als Wegbereiterin des modernen Tanzes – ihr Ausdruckstanz hat bis heute Einfluss auf Architektur, Malerei und Design.
1893 ließ sie sich ihr Serpentinentanz-Kostüm und ihre Bühnenvorrichtungen zur Erzeugung von Illusionseffekten in Paris und London patentieren. Fuller war mit Gray befreundet und stellte in der „Galerie Jean Désert“ ihre Studien und Zeichnungen zu Stoff aus. Beide teilten das Interesse an Raum, Licht und Bewegung und so lassen sich die radial ausklappbaren Schubladen Grays vielleicht auch als choreographierter Tanz im Möbel interpretieren.
Fuller war an allen technischen Neuerungen interessiert. 1904 kreierte sie eine fluoreszierende Bühnenshow und Tanzrevue und bat für weitere Lichteffekte das Physikerehepaar Marie Sklodowska Curie und Pierre Curie um Hilfe. Sie hatten 1898 ein neues chemisches Element, Radium, entdeckt. Radium galt als Inbegriff für Fortschritt und hatte ein ausschließlich positives Image, denn die Gefahren der Radioaktivität hatte man damals noch nicht erkannt.