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Jan Wils (1891-1972)
Architekt

1923 stellte Eileen Gray ihr „Chambre à coucher boudoir pour Monte-Carlo“, im Pariser « Salon des Artistes Décorateurs » vor. Es vereinte erstmals in einem Raum Schlaf-, Arbeits-, Ankleide- und Aufenthaltsbereiche. Diese ungewöhnliche Mehrfachnutzung stieß auf den Widerstand der Kritik, Grays Entwurf erhielt zahlreiche Verrisse. Jan Wils (1891–1972), Architekt und Gründungsmitglied der niederländischen DeStijl Bewegung hingegen erkannte in Grays Arbeit ein enormes, kreatives Potenzial. Die beiden tauschten Briefe aus, und Gray begann sich zu diesem Zeitpunkt intensiver mit Architektur zu beschäftigen. Inspiriert von DeStijl, eine um 1917 beginnende niederländische Kunst- und Architekturbewegung, die sich durch Reduktion auf das Wesentliche, einer strengen geometrischen Ordnung und einer Verwendung von Primärfarben auszeichnete, entstand 1922 ein in Schwarz und Elfenbeinweiß gehaltenen Tisch. Dieser bestand aus asymmetrisch angeordneten Flächen, die sowohl horizontal als auch vertikal in unterschiedlichen Größen einer strengen geometrischen Ordnung folgten. Heute unter dem Titel „De Stijl-Tisch“ bekannt, enthält er doch schon viele konstruktive und räumliche Prinzipien, die sie später in ihrer Architektur aufgreifen wird. 1924 erscheint in der niederländischen Zeitschrift „Wendingen“ ein anerkennender Artikel über Eileen Gray, der ihre Verbindung zur niederländischen Moderne unterstreicht.