Bühnenmodell zu Das Mansion am Südpol (Eine Immobilie)
Anna Viebrock, Köln Cologne *1951 | 2012, Maßstab 1:25
Bau des Modells: Blanka Rádóczy
Anna Viebrock zeichnet sich durch Bühnenräume aus, die weit über klassische Kulissen hinausgehen. Ihre Arbeiten verbinden präzise recherchierte Realität mit surrealen Akzenten und schaffen Orte, die Geschichten, Zeitspuren und Atmosphäre tragen. Räume werden bei ihr selbst zum erzählerischen Element: Sie strukturieren und rhythmisieren das Spiel, statt es nur zu begleiten. Durch diese einzigartige Mischung aus architektonischer Genauigkeit, poetischer Verdichtung und räumlicher Dramaturgie entstehen unverwechselbare Bühnenbilder, die sowohl die Schauspielenden als auch das Publikum in eine dicht gewebte, atmosphärische Welt ziehen.
2012 realisierte sie das Stück „Das Mansion am Südpool“ an der Bühne Basel
„Das Mansion steht an einer abgelegenen und schwer einsehbaren Steilküste der Côte d’Azur. Es ist ein kleines, formvollendetes Haus, erdacht und erbaut von der irischen Designerin Eileen Gray für ihren Lebensgefährten Jean Badovici; bewundert, beneidet und schliesslich okkupiert von dem berühmten Schweizer Architekten Le Corbusier. Das «Maison en Bord de Mer» ist in die Geschichte eingegangen: als Meilenstein der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts und als Objekt der manischen Begierde eines eifersüchtigen Stararchitekten, dessen Leben in der dem Mansion vorgelagerten Meeresbucht schliesslich ein tragisches Ende finden sollte. Das Mansion, in dessen weisse Mauern die Erfindungskräfte, Sehnsüchte und Enttäuschungen ihrer Besitzer eingeschrieben sind, steht noch heute an gleicher Stelle. Jene zwei Menschen, denen durch Erbschaft die legendäre Immobilie zugefallen ist, versuchen mit aller Kraft, einen neuen Käufer zu finden. Das Paar trägt die Namen Manl und Agnes. Und wie Eileen Gray und Jean Badovici vor über 80 Jahren, erhalten auch sie eines Tages Besuch von einer geheimnisvollen Person, die innerhalb kürzester Zeit die Statik aller metapyhsischen Konstruktionen ins Wanken zu bringen droht … Im vierten Teil ihrer Basler Trilogie erzählt Anna Viebrock die (auf wahren Begebenheiten basierende) Geschichte eines Hauses und seiner Bewohner. Sie berichtet von unklaren Besitzverhältnissen, eigenartigen Zeit- und Raumverschiebungen, von Vereinnahmung, Verdrängung und rissfesten Einbildungskräften. Und von der subtilsten Bedrohung, die das menschliche Bewusstsein durchwandert: der Angst, eines Tages vergessen zu werden.“ – Theater Basel
Ein Zusammenschnitt des Theaterstücks ist im Foyer des Museum zu sehen.
