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Auguste Rodin (1840-1917)
Bildhauer

Als “Maître” bezeichnete Eileen Gray den berühmten Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917), den sie Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris kennenlernte. Sie schätzte ihn überaus für seine intensiven Darstellungen, die Bewegung, Emotion und Individualität ins Zentrum stellten. 1902 kauft sie die Bronze “Danaïd”. Rodins Werk beschäftigt sich mit einer mythologischen Erzählung, in der die Töchter des Königs Danaos, um ihrer Zwangsverheiratung zu entgehen, ihre Ehemänner in der Hochzeitsnacht tötetenn. Zu Lebzeiten frei, müssen sie nach ihrem Tod als Strafe für den Mord unaufhörlich Wasser in ein durchlöchertes Fass füllen. Rodins Skulptur zeigt eine vor Erschöpfung zusammengesunkene Danaïdin. Eileen Gray schrieb Rodin von ihrer Begeisterung über das Werk, es sei ihr darüber hinaus eine „source of constant education“ [eine Quelle, von der sie fortwährend lernte]. Gray war ähnlich getrieben, so baute sie ihr zweites Haus für eine Frau, die viel arbeitet, nämlich für sich selbst. Vielleicht stammte daher die große Begeisterung dieser sinnlichen Darstellung der menschlichen Erschöpfung.

Aber auch jenseits der künstlerischen Bewunderung gab es immer wieder Anknüpfungspunkte zu Rodin. Grays langjährige Freundin Kathleen Bruce Scott war nicht nur Schülerin, sondern zählte auch zum Freundeskreis Rodins. Der Fotograf Stephen Haweis, ein enger Freund Grays, fotografierte die Werke des Meisters. Schließlich organisierte die Tänzerin Loïe Fuller für Gray und Rodin einen Transport von Frankreich nach San Francisco. Beide waren Teil der dort 1915 stattfindenden Weltausstellung, die Gray erstmals 1900 in Paris erlebte.