Leo Breuer - konstruktiv

31. Mai 2017 - 03. September 2017

Eröffnung: Dienstag, 30. Mai 2017, 19 Uhr

Vorbesichtigung und Pressegespräche nach Vereinbarung

Telefon 06313647 -200 oder -201, b.buhlmann@mpk.bv-pfalz.de

Unter dem Titel „Leo Breuer – konstruktiv" stellt das mpk in der Zeit vom 31. Mai bis zum 6. August eine Werkauswahl vor, die der Künstler von den ausgehenden 1950e - bis in die 1970er-Jahre geschaffen hat. Die Ausstellung wird am Dienstag, dem 30. Mai, um 19 Uhr, eröffnet. Es spricht Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des mpk und Kuratorin der Ausstellung.

1893 in Bonn als Sohn eines Baumeisters geboren, begann Leo Breuer 1912 eine Ausbildung an der Kölner Kunstgewerbeschule, die er aber schon 1915 durch kurzzeitigen Kriegsdienst und eine längere russische Kriegsgefangenschaft unterbrechen musste und die er erst Jahre später fortsetzen konnte. An der Kasseler Akademie der bildenden Künste konnte er anschließend fundierte handwerkliche Kenntnisse erwerben, die es ihm erlaubten, von 1923 an eigene Ateliers in Bonn, Düsseldorf, Koblenz und von 1930 an in Berlin zu unterhalten. In Neuss und Koblenz arbeitete er zusätzlich als Bühnenbildner, in Berlin als Zeichenlehrer. Die Werke, die in jenen Jahren entstanden, sind weitgehend inhaltlich gebunden. Sie entsprechen dem Stil der neuen Sachlichkeit.

Der Beginn der Nationalsozialistischen Diktatur und der Zweite Weltkrieg bedeuteten für Breuer Flucht, Leben im Untergrund, Verhaftung, Internierung in Frankreich und den Verlust eines Großteils seiner Werke. Schon während dieser Jahre wandte sich Leo Breuer der Abstraktion zu. Linien und Formen, Farben, Farbharmonien und Farbkontraste wurden zentrale Inhalte seiner Werke. Im Paris der Nachkriegszeit entwickelte er sich zu einer zentralen Figur der Künstlervereinigung „Salon des Réalités Nouvelles", die neue Formen abstrakter Malerei praktizierte und die Nachkriegsmoderne nachhaltig prägte.

Mit Ateliers in Bonn und Paris war der Künstler von 1953 an ein Wanderer zwischen deutschen und französischen Kunstzentren und vernetzte sich intensiv mit seinen Künstlerkollegen. Rhythmus und Bewegung, Farbakkorde und Raumwirkung allein durch Farbe, wurden – wie die Ausstellung eindrucksvoll zu vermitteln vermag – bestimmende Elemente seiner Arbeiten. Im Spätwerk führt er sie über die Fläche hinaus zu geometrischen Reliefs, die im Blick des Betrachters intensive Bewegungsmomente generieren. Leo Breuer mochte es nicht, als Konstruktivist oder konkreter Künstler angesprochen zu werden. Er ließ sich nicht gern auf eine eindeutige Linie festlegen. Vielmehr sah er sich als Individualist. Er schuf ein Werk, das die künstlerisch relevanten Fragen seiner Zeit aufgegriffen und auf eigene Art beantwortet hat. Trotz der formalen Präzision, die seinen Werken eigen ist, wirken besonders seine Malereien nicht kalt oder absolut. Vielmehr wohnt ihnen eine leise Poesie inne, die zu entdecken sich lohnt.

Pressefotos

G 350 D
Leo Breuer, Or/Gold, 1962, Öl auf Leinwand, 147 x 100 cm, Foto: Jacques Breuer, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
G 291
Leo Breuer, Vibration rot-orange, 1957, Gouache, 23 x 21,5 cm, Foto: Jacques Breuer, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
G 288 Breuer
Leo Breuer, Structures subdivisées (vibration)/Unterteilung, 1957/59, Mischtechnik auf Leinwand, 146 x 97 cm, Foto: Jacques Breuer, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
G 368 Feiertag
Feiertag - Vibration, 1964, Acryl auf Leinwand, 165 x 115 cm, Foto: Jacques Breuer, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

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