Unsere Maler

„Unsere Maler” heißt eine neue Reihe, die sich in lockerer Abfolge dem Leben und Schaffen der in der Sammlung des mpk vertretenen Malerpersönlichkeiten widmet. Auf den Spuren interessanter Biographien und bedeutender Werkbeispiele stellt Annette Reich, Leiterin der Gemäldesammlung des mpk, malerische Positionen aus verschiedenen Epochen vor.

 

Vergangene Veranstaltungen

Lucio Fontana, Concetto spaziale attese, 1966/67, Öl/Leinwand, 60 x 81 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Lucio Fontana, Concetto spaziale attese, 1966/67, Öl/Leinwand, 60 x 81 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Dienstag, 11.07.2017, 18 Uhr
Lucio Fontana
Dr. Annette Reich

Im Rahmen der Reihe „Unsere Maler", die alle drei Monate eine Künstlerpersönlichkeit aus dem Museumsbestand vorstellt, steht am Dienstag, den 11. Juli 2017, um 18 Uhr, Lucio Fontana im Mittelpunkt der Betrachtung. Die Leiterin der Gemäldesammlungdes mpk, Dr. Annette Reich, gibt Einblick in Leben und Werk des Künstlers.

Der Maler und Bildhauer Lucio Fontana, 1899 in Rosario di Santa Fé (Argentinien) als Sohn italienischer Eltern geboren und 1968 in Comabbio (Italien) gestorben, begann in den 1930er-Jahren mit abstrakter Plastik und Keramik. 1949 entstanden erste „Buchi" (Perforierungen), die den Titel „Concetto Spaziale" (Raumidee, räumlicher Entwurf) tragen. Fontana hatte eine weiße Leinwand durchstoßen, so dass kleine, dunkel wirkende Löcher entstanden. Der Künstler zerstörte damit das Bild als Träger einer räumlichen Illusion und machte es zu einem eigenen Objekt. Raum durchdringt das Bild und wird mit ihm eins. 1958 ging Fontana dazu über, monochrom bemalte Leinwände aufzuschlitzen. Diese ersten „Concetti Spaziali" mit mehreren Schnitten nannte er „Attese" (Erwartungen). Fontanas Werke trugen entscheidend zu einer Erweiterung des traditionellen Kunstbegriffes bei. Das mpk besitzt mit „Concetto spaziale attese" von 1966/67, ein repräsentatives Leinwandbild des bedeutenden Avantgardekünstlers der ersten Nachkriegsgeneration.

André Masson, Couple dans un jardin, 1962/63, Öl, Sand, Leim auf Leinwand, 105 x 100 cm, mpk, Gemäldesammlung, Foto mpk, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
André Masson, Couple dans un jardin, 1962/63, Öl, Sand, Leim auf Leinwand, 105 x 100 cm, mpk, Gemäldesammlung, Foto mpk, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

 

Dienstag, 09.08.2016, 18 Uhr
André Masson
Dr. Annette Reich

Der Maler und Graphiker André Masson (1896 Balagny-sur-Thérain/Oise – 1987 Paris) ist in seinem vielfältigen Werk stets gegenstandsbezogen geblieben. Dennoch hatte er in den USA großen Einfluss auf die entstehende amerikanische Malerei des Abstrakten Expressionismus. Zunächst vom Kubismus beeeinflusst, schloss er sich 1924 den Surrealisten an. Durch den Surrealismus suchte Masson als einer der ersten Maler Zugang zum Irrationalen und Unbewussten in der Kunst, das er mit Hilfe der “écriture automatique” (automatischen Handschrift) auszudrücken suchte. In trancehaft gezeichneten Linienformationen hielt er seine Visionen fest. Mit dieser Methode entstanden auch die Sandbilder, die zu seinen originärsten Arbeiten gehören und bei denen der Zufall eine wesentliche Rolle spielt. Das Material Sand findet ebenfalls Verwendung in dem in der Ständigen Sammlung des mpk gezeigten späteren Gemäldes “Couple dans un jardin” (Ein Paar im Garten), das unter anderem durch kräftige Farben besticht.

Neben seinem umfangreichen künstlerischen Werk hat André Masson zahlreiche Schriften zur Kunst verfasst, die eine eigene Kunsttheorie begründen und einen Schlüssel zum Verständnis und zur Auseinandersetzung mit seinem Œuvre darstellen. Die Leiterin der Gemäldesammlung des mpk, Dr. Annette Reich, stellt im Rahmen der Reihe “Unsere Maler”, diese faszinierende Künstlerpersönlichkeit aus dem Museumsbestand vor

Zurück