Gespräche

Sonntag, 19.11.17, 11 Uhr

Kenneth Snelson, Greene Street III, 1975-93, rostfreier Stahl, 83,5 x 68 x 23 cm. Foto mpk, © Kenneth Snelson

Gespräch in der Sammlung
„Spannung und Tiefe"
Dr. Claudia Gross

Seile spannen sich zwischen Rohren bei Kenneth Snelsons Skulptur „Greene Street". Linien geben den Werken von Harriet Korman Halt. Ein Drahtgerüst ist Teil des Kunstwerkes „Kleine Minimal-Music Klangwand" von Peter Vogel. Spannung kann auf unterschiedliche Arten ein Kunstwerk prägen. Im Falle von Peter Vogel in mehrfacher Hinsicht, denn auch die elektrische Spannung spielt eine Rolle in dem Objekt aus dem Jahre 1979. Es wird interessant, wenn Tiefe in Raum und Bild als eigenständige oder integrierte Komponente hinzukommt.
Ob in Landschaftsbildern oder akustischen Raumobjekten, Tiefe und Spannung hängen zusammen real oder gemalt. Diesem Kompositionselement spürt die Führung am Sonntagvormittag nach.

 

 

 

Dienstag, 28.11.17, 18 Uhr

Max Beckmann, Bildnis Minna Beckmann-Tube, 1930, Öl auf Leinwand, 161,3 x 84 cm, mpk, Gemäldesammlung, Foto mpk © VG Bild-Kunst, 2017

Spaziergang durch die Sammlung mit Direktorin Dr. Britta E. Buhlmann

Ein Rundgang in der nun schon dunkleren Jahreszeit führt zu Werken, die Geschichten erzählen oder dazu einladen, den eigenen Fantasien zu folgen. Warum liest Max Beckmanns „Minna Tube" ausgerechnet das Journal? Woher rührt das Interesse Karl Hofers am Dschungel und seinen Gefahren?
Mochte Wilhelm Lehmbruck sein Modell nicht, da er es ohne Kopf und Glieder zeigt? Fragen wie diese oder auch solche nach Sinn und Hintergrund der Gestaltung unserer Dauerausstellung erörtern wir im Gespräch.

 

 

 

 

 

 

 

Vergangene Ausgaben

Paul Martin, Billet-Doux, 1860, Öl auf Leinwand, 58,2 x 46,5 cm, mpk, Gemäldesammlung, Foto und © mpk

Mittwoch, 01.11.2017, 15 Uhr

Führung am Feiertag
In der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
„Pssst! Das ist ein Geheimnis!"
Bea Roth M.A.

Welches Geheimnis birgt wohl der „süße Brief", den die junge Frau auf dem Gemälde „Billet Doux" von Paul Martin, errötend in Händen hält? Das Briefgeheimnis war eines von vielen geschützten Geheimnissen. Wir vertrauten darauf, und das seit 1490, dass unser Brief ungelesen einer bestimmten Person zugestellt wurde. Heute schreiben wir die intimsten Geheimnisse in digitalen Kanälen und kümmern uns nur wenig darum, ob die Nachrichten von Dritten gelesen werden könnten.

In der Gegenüberstellung von „gestern und heute" werden Minnekästchen vorgestellt, Truhen mit den kompliziertesten Schließmechanismen betrachtet und Geheimverstecke aufgespürt. Die Exponate der kunsthandwerklichen Abteilung verweisen auf den Ursprung des Museums: als Kunstgewerbemuseum mit angeschlossener Schule, Werkstatt und Bibliothek.

 

Paul Kleinschmidt, Gähnende Dame, 1937, Öl auf Leinwand, 113x74 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk
Paul Kleinschmidt, Gähnende Dame, 1937, Öl auf Leinwand, 113x74 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Reformationstag, 31.10.2017, 15 Uhr

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Die Hand – Meisterstück der Natur"
Sabrina Noß M.A.

Otto Dix, Max Slevogt und Hermann Scherer: Sie und viele andere große Künstler setzen bei figurativen Darstellungen einen besonderen Körperteil in Szene: Die Hand.
Ob vergrößert und besonders detailreich, eine Geste ausführend oder nicht vorhanden – die Hand hat das Potenzial, einem Motiv Dynamik, tiefere Emotion oder Symbolik zu verleihen.
Die Wirkung und Ausdrucksmöglichkeiten von Händen in Malerei und Skulptur soll in dieser Führung durch die Dauerausstellung des mpk im Vordergrund stehen und durch verschiedene Zeitepochen und Stilrichtungen hinweg ergründet werden.

Einem Meisterstück der Natur gleich ist unsere Hand universales Werkzeug, das gleichzeitig eine Menge über ihren „Besitzer" aussagen kann. Schwielige Arbeiterhände, gepflegte Hände, kleine oder große Hände – nur durch das Betrachten der Hände lassen sich Rückschlüsse auf die betreffende Person ziehen und ihre soziale Stellung erahnen. Darüber hinaus kann die Handgestik sowohl eine bestimmte Handlung unterstreichen, als auch eine symbolische Bedeutung innehaben. Von der mittelalterlichen Kunst über die der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst, die Hand spielt zu jeder Zeit eine bedeutsame Rolle. Sei es in der Bedeutung als Meisterhand, die das Kunstwerk erst fertigt, oder als Motiv und besonderes Darstellungsmittel.

 

 

Dreiteiliges Gefäß für geweihte Öle, Mitte 16. Jh., Leder über Holz, Eisen, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung, Inv.-Nr.: K643. Foto und © mpk
Dreiteiliges Gefäß für geweihte Öle, Mitte 16. Jh., Leder über Holz, Eisen, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung, Inv.-Nr.: K643. Foto und © mpk

Dienstag, 24.10.2017, 18 Uhr

Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss?"
„Werte einst und heute"
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Wertvorstellungen prägen unser Verhalten. Aber wie entstehen sie? Sie entstehen, indem wir unsere Welt „bauen". Das Bauen beginnt mit einem Setzen, Stellen, Legen. Bauen heißt Grenzen setzen, Zäune machen, ein Territorium abstecken und den eigenen Besitz schützen.

Und wie richten wir uns im Bau ein? Je nachdem, wie man diese Frage beantwortet, gelangt man zur Ökonomie einer Gesellschaft: ihrer Haushaltsführung, ihren Werten und Bräuchen und damit zu ihrer Ausrichtung. Als seltene Lebensmittel galten einst Zucker, Salz und Gewürze; sie wurden ebenso verschlossen wie opulent gestaltete Handschriften und Dokumente. „Wertvoll" ist ein Beiwort, das das begleitende Gefühl zum realen Besitz anzeigt.

Werte können umgewertet werden: Mit der Möglichkeit ihrer technischen Herstellung wurden Dinge im 19. Jahrhundert zur Massenware. Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind Daten. Ein einzelner Optimierungsparameter in den Modellen der Welt der Data Scientists entscheidet über Nutzen und Gewinn. Hier ist die Verkopplung von Vorfinden und Erfinden, von Setzen und Nehmen außer Kraft gesetzt; geblieben ist die Mathematik und die Welt der Zahlen. Umwertung aller Werte oder Wertverwirrung?

 

Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum
Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum

Sonntag, 22.10.2017, 11 Uhr

Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss?"
„Verschlüsselt"
Bea Roth M.A.

Das Gespräch in der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data" widmet sich der Kryptologie. Menschen lieben Geheimnisse! Man kann sie im Herzen verschließen, sie weitererzählen oder sogar Geld damit verdienen. Seit es geheime Botschaften gibt, existiert die Verschlüsselung solcher Botschaften. Auf den Spuren der Geschichte der Kryptologie und der heutigen Anwendung von Codierungssystemen im digitalen Zeitalter erläutert die Führung mit der „Enigma" und der Erklärung eines Algorithmus den Zusammenhang von einst und jetzt.

Digitale Verschlüsselung durch Algorithmen ist heute notwendig, wenn man ungestört, das heißt ohne dass jemand mitlesen kann, über den Computer kommunizieren möchte. Begriffe wie Geheimhaltung, Integrität oder Verbindlichkeit werden in im Zusammenhang mit Codierung beleuchtet und erklärt. Wie wird Geheimhaltung heute geübt? Wie wurde in früheren Zeiten sichergestellt, dass Briefe und deren Wege durch die Post von niemand Fremden gelesen und verändert wurden? Diese Themen regen zur Diskussion über digitale und analoge Vor- und Nachteile an.

 

Johann Heinrich Roos, Liselotte von der Pfalz mit Spielgefährtin, 1663/64, Öl auf Leinwand, 110 x 91 cm. Foto und © mpk.
Johann Heinrich Roos, Liselotte von der Pfalz mit Spielgefährtin, 1663/64, Öl auf Leinwand, 110 x 91 cm. Foto und © mpk.

Sonntag, 15.10.2017, 11 Uhr

Gespräch in der Sammlung
„Die lieben Kleinen!"

Jessica Neugebauer M.A.

Im Gespräch über „die lieben Kleinen!" werden unterschiedliche Bilder von Kindern und Heranwachsenden aus der Sammlung betrachtet. Die wohl bekannteste Darstellung eines Kindes im mpk ist „Liselotte von der Pfalz mit Spielgefährtin" von 1663/64. In diesem Werk zeigt Johann Heinrich Roos, dass er nicht nur ein Tier- und Landschaftsmaler, sondern ebenso ein ausgezeichneter Porträtist war.

Elisabeth-Charlotte, Spitzname Liselotte, war die Tochter von Kurfürst Karl. I Ludwig von der Pfalz und Charlotte von Hessen-Kassel. Nicht bei allen Kinderdarstellungen im mpk lässt sich die Biographie so eindeutig nachvollziehen wie bei der späteren Herzogin von Orléans. Dennoch werden auch andere Kinderdarstellungen betrachtet und deren Lebenswege, sofern bekannt, beleuchtet.

 

 

Wassily Kandinsky, Peterskapelle in Murnau, 1908, Öl auf Karton, 33 x 45 cm, mpk, Gemäldesammlung, Foto und © mpk
Wassily Kandinsky, Peterskapelle in Murnau, 1908, Öl auf Karton, 33 x 45 cm, mpk, Gemäldesammlung, Foto und © mpk

Sunday, 8th October 2017, 3 p.m.

Englischsprachige Führung in der Sammlung / English tour in the permanent exhibition
„Der Blaue Reiter (The Blue Rider)"
Sabrina Noß M.A.

Der Blaue Reiter (The Blue Rider) was an art movement that existed from 1911 to 1914 and was located in Munich, Germany. Der Blaue Reiter was formed by a group of various artists including Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky, August Macke and others. Their main interest was fundamental to expressionism, along with another German art association called Die Brücke (The Bridge). The group's artistic work based mainly on the notions of Kandinsky and Franz Marc since Der Blaue Reiter lacked an artistic manifesto. Although their work period was only a short time, the group's impact on the world of art was significant.

At the end of the 19th century and by the beginning of the 20th century traditional art work and aesthetics changed drastically and developed in different directions through various emerging art movements – like Der Blaue Reiter – who represented a new point of view on the meaning of art and its reception. They changed previous conceptions of painting and the perception of the surrounding world regarding their motifs in a way that wasn't received well by all critics. The urge to move on from naturalistic images led to more abstract art styles like impressionism, expressionism or cubism. These art styles were focused on a new kind of aesthetics and coloring. The expressionists took the leading role in changing the reception of art by creating 'expressive' artworks that would generate an immediate reaction of the viewer and were based on a vibrant and mostly non-naturalistic color palette.
The mpk's permanent exhibition offers various paintings of group members e.g. Kandinsky, Jawlensky and Macke which show the group's remarkable artistic creation and will be the main focus of our tour.

 

Abb.: Christian Rohlfs, Alte Stämme, 1917, Öl auf Leinwand, mpk, Gemäldesammlung. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern © mpk

Tag der Deutschen Einheit, 03.10.2017, 15 Uhr

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Herbststimmung"
Bea Roth M.A.

Wenn sich der Wald bunt färbt, die Kastanien, auch „Keschde" genannt, reifen und die Vögel gen Süden ziehen – dann hält der Herbst Einzug in die Pfalz. Heinrich Jakob Fried fängt diese Stimmung mit seinem Bild „Blick auf die Madenburg", 1831, meisterhaft ein. Das für die Romantik typische Gemälde versetzt den Betrachter direkt an den Haardtrand mit Blick auf die Rheinebene. Das Herbstbild von Christian Rohlfs aus dem Jahre 1917 hingegen könnte überall mitten im herbstlichen Wald entstanden sein.

Der expressive Spätstil des Künstlers fasziniert und fesselt den Besucher. Warme Farben und harte Kanten liefern sich ein interessantes Wechselspiel auf der Leinwand. Wann spielt die Jahreszeit in der Malerei eine Rolle? Woran erkennen wir sofort, oft auf den Monat genau, welche Zeit im Bild festgelegt ist? Wir nehmen alle Besucher dieser Führung auf Motivsuche und Farbbeobachtung mit in die Dauerausstellung des mpk.

 

Bodyscanner, Foto und © Human Solutions GmbH
Bodyscanner, Foto und © Human Solutions GmbH

Dienstag, 26.09.2017, 18 Uhr

Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Big Data

Dr. Svenja Kriebel M.A.

Die reale Erfahrung ermöglicht ein leichteres Verständnis. Big Data ist weit mehr als nur eine technologische Entwicklung; vielmehr wird Big Data unser Denken und Handeln gravierend verändern. Unter dem Stichwort „Industrie 4.0" beispielsweise wird eine Zukunft beschrieben, die „eine intelligente Datenaufnahme, -speicherung und -verteilung durch Objekte und Menschen umfasst" [Studie „Produktionsarbeit der Zukunft - Industrie 4.0" der Fraunhofer IAO, 2013 ISBN: 978-3-8396-0570-7]. Hieraus geht hervor, dass die Grenzen von privatem und geschäftlichem Dateneinsatz noch stärker ineinanderfließen. Muss die Privatsphäre weiter geschützt werden? Was gewinnen wir, wenn wir diese mehr oder weniger bewusst in Teilen aufgeben? Wie wir Chancen und Risiken bewerten, hängt entscheidend davon ab, wie hoch das Vertrauen in die Leistungen der Informationssicherheit ist.

 

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