Gespräche

Pfingstsonntag, 04.06.2017, 15 Uhr

Adolf Heinrich Lier, Abend im Walde, 1881, Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © mpk
Adolf Heinrich Lier, Abend im Walde, 1881, Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © mpk

Führung am Feiertag
Gezähmt oder wild?
Maria Goroshanin

Max Slevogt läßt in seinem Bild „Orang Utan" die Grenzen zwischen einem Wildtier und einem domestizierten Tier verschwimmen. Der Orang Utan wird von einem Wärter gehalten, dabei führt der Künstler den Betrachter so nahe an den Affen heran, dass ein Gefühl von Nähe entsteht. Auch die Gitterstäbe des Frankfurter Zoos fehlen. Karl Hofer zeigt einen Tiger und dessen tödliche Wildheit in seiner natürlichen Umgebung, dem Urwald. Scheue Wildtiere heimischer Wälder sind in Adolf Heinrich Liers Gemälde „Abend im Walde" zu sehen.

Es gelingt dem Maler, Rehe mit der Natur zu verschmelzen. Eine zauberhafte Abendstimmung in Braun- und Rottönen bietet die perfekte Tarnung für die Tiere. Sebst der weiße Spiegel auf deren Rückseite, der normalerweise als Warnsignal für Artgenossen dient, ist von den hellen Spiegelungen im See kaum zu unterscheiden.

Abb:. Adolf Heinrich Lier, Abend im Walde, 1881, Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © mpk

Pfingstmontag, 05.06.2017, 15 Uhr

Walter Moroder, Würde, 2007 (vorne), Zirbelkiefer, Acryl, H 172 cm; Viv, 2007 (hinten), Zirbelkiefer, Acryl, Sägemehl, Glasaugen, H 182 cm, ALTANA Kunstsammlung, Bad Homburg, Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder
Walter Moroder, Würde, 2007 (vorne), Zirbelkiefer, Acryl, H 172 cm; Viv, 2007 (hinten), Zirbelkiefer, Acryl, Sägemehl, Glasaugen, H 182 cm, ALTANA Kunstsammlung, Bad Homburg, Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder

 

Führung am Feiertag in der Ausstellung „Walter Moroder"
„Figürliches"
 Bea Roth, M. A.

Scheinbar vertraut und zugleich fremd muten die entrückt wirkenden Figuren von Walter Moroder an. Ihre Präsenz erfüllt den Ort,den sie einnehmen und zugleich verändern. Eine irritierende Atmosphäre entsteht. Der Betrachter vermag sich ihnen kaum zu entziehen. Nähert er sich, verspürt er jedoch sogleich das Gefühl, ihnen nicht zu nahe treten zu dürfen, da eine eigentümliche, unnahbare Aura sie umgibt. Ihre Körper wirken beseelt. Erwartungsvoll, staunend, beunruhigt oder in sich gekehrt sind die Figuren körperlich anwesend und doch scheinen sie einer anderen Welt anzugehören, als seien sie geistig „irgendwo anders", unbestimm tan welchem Ort, der Zeit enthoben. Ihre minimale Gestik und Mimik lässt individuelle Gefühle ahnen, Stimmungen, Befindlichkeiten unterschiedlicher Art, die jedoch uneindeutig bleiben. Bea Roth erläutert die Auseinandersetzung des Künstlers mit der menschlichen Figur.

 

Sonntag, 15.06.2017, 15 Uhr

Antoine-Louis Barye, Aufgerichteter Bär, um 1833, Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern,  © mpk
Antoine-Louis Barye, Aufgerichteter Bär, um 1833, Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © mpk

Führung am Feiertag
Gezähmt oder wild?
Maria Goroshanin

Der zweite Teil von „Gezähmt oder wild?" mit Maria Goroshanin widmet sich den Tierskulpturen des mpk. Ein Tiger, scheinbar ruhig und gelassen, langsam schreitend, fesselt durch seine mächtigen Schultern, den massigen Kopf. „Jede Form, jede Linie spricht zu mir." sagt der Tierbildhauer Philipp Harth über sein Einfühlen in das Wesen des Tieres. Ein „Aufgerichteter Bär" von Antoine-Louis Barye entfaltet trotz seiner geringen Größe von 24 Zentimetern eine beeindruckende Wirkung. Bei einer Umrundung der Plastik werden die Eigenheiten des Tieres deutlich.

 

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