Kritik der praktischen Vernunft

27.01.2018 | 09:03

Timm Ulrichs, Kritik der reinen Vernunft – Kritik der praktischen Vernunft, 1977 – 1985, mpk – Skulpturensammlung

Kritik der praktischen Vernunft
Ein Tisch, zwei Bücher: Timm Ulrichs (*1940) zeichnet mit solch einfachen Mitteln ein gleichermaßen humorvolles wie kennzeichnendes Bild menschlicher Lebens- und Denkweisen. Mit gelben Reclamheften, Ausgaben zweier Hauptwerke von Immanuel Kant, eines der der bedeutendsten deutschen Philosophen der Aufklärung, unterstreicht Ulrichs pointiert auch das Nebeneinander von potentiellem Denkvermögen und reinem menschlichen Pragmatismus. In der „Kritik der praktischen Vernunft" lautet die zentrale philosophische Frage: Was kann ich tun? Deutlich im Gegensatz zu der moralisch zu verstehenden Grundsatzfrage zeigt sich der lebensnahe Einsatz des Heftchens. In direkter bildlicher Übersetzung des Titels sorgt es für die Stabilität eines sonst wackelnden Tischbeins. Auf dem Tisch liegt die „Kritik der reinen Vernunft". Ein Traktat über die Grundvoraussetzungen des Menschen zur Erkenntnis, hier ohne direkt erkennbaren Einsatz. Übertragen auf die Möglichkeiten und Nutzungen der modernen IT-Technologie auch ein warnendes Zeichen vor unüberlegtem, zu raschem, aus reinem Pragmatismus oder Profit geleitetem Einsatz.

 

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