Sargschlüssel von "Maria Mayr, geb. Tüchler" im Etui

30.01.2018 | 11:03

Sargschlüssel von "Maria Mayr, geb. Tüchler" im Etui, Österreich, 19. Jahrhundert, Messing (gegossen und vergoldet). Freundliche Leihgabe der Schell Collection Graz

Sargschlüssel von "Maria Mayr, geb. Tüchler" im Etui
Das Verschließen eines Sarges war vielfältig motiviert. Es reichte vom Schutz hochwertiger Sargbeilagen wohlhabender Verstorbener bis zum Verhindern der Rückkehr des Leichnams als Geist. Sargschlüssel wurde schließlich den Hinterbliebenen als letzten Gruß des Verstorbenen überreicht. Damit wurden Zinnsärge geschlossen, die in eine Gruft gestellt wurden. Die meist aus Messing gegossenen Schlüssel verwahrte man in kleinen Lederetuis, auf denen in Goldlettern die Daten des Verstorbenen geprägt wurden.Eine andere Form des Gedenkens war die Komposition eines Sargschlüssels mit kunstvoll arrangierten Spitzen, Borten oder Haaren des Verstorbenen. Diese Haarbilder waren eine besondere Form des Trauerkultes, die bereits im 18. Jahrhundert erste Ausprägungen fand. Neben gestalteten Bildern aus Haaren gab es auch Schmuck wie Colliers, Armbänder, Ringe und ornamentierte Haareinlagen in Medaillons oder rund um Trauerbildchen.

 

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