Minnekästchen

05.11.2017 | 12:50

Minnekästchen, Deutschland, 14. Jahrhundert, Eisen, geschmiedet, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung, Inv.-Nr.: K664. Foto und © mpk

Mittelalterliche Minnekästchen sind geschnitzte kleine Miniaturtruhen, die als Geschenk eines Verehrers an eine Dame dienten und dessen Zuneigung offenbarten. Inhalt waren Liebesbriefe oder Haarlocken, die zusammen mit anderen Geschenken wie Kämmen, Schmuck oder Arzneien als persönliche Liebesgabe überreicht wurden. Weniger häufig wurde ein solches Geschenk auch vom Gatten oder Bräutigam als Liebesbeweis erbracht. Eine dritte Möglichkeit der Zuwendung waren Freundschaften oder Schenkungen zu besonderen Anlässen wie etwa Neujahr. Motive und Material für Minnekästchen konnten je nach Ort und Zeit stark variieren.
Das Kästchen aus dem Bestand des mpk stammt aus Deutschland, es wurden aber auch in Frankreich und Italien Minnekästchen gefertigt. Als profane Gegenstände spiegeln sie die höfisch-sittliche Kultur des mittelalterlichen Adels, in der die Minne im Sinn romantischer Liebe eine wichtige Rolle spielte. Die handgefertigte, künstlerische Gestaltung der Minnegaben war aufwendig und ergab neben ihrer persönlichen Bedeutung deren messbaren Wert.

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