Auf den Punkt gebracht - 15 Minuten Kunst

Mittwoch 15.11.2017, 12.30 Uhr

Keuschheitsgürtel, Süddeutschland / Österreich, 19. Jh., Eisen (geschmiedet), 23 cm Durchmesser, Schell Collection Graz, Inv.-Nr.: 6221. Foto und © Schell Collection, Graz

„Mythos Keuschheitsgürtel“ (Eintritt frei)
In der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data“
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Die Verbreitung und Anwendung von Keuschheitsgürteln ist unter Historikern äußerst umstritten. Vermutlich stammt die Erfindung aus der Zeit der italienischen Frührenaissance. Es ist also keineswegs wissenschaftlich gesichert, dass die Ritter - während sie sich auf Kreuzzug befanden - ihre Gattinnen und eventuelle Mätressen in Eisen legten, um deren Treue und Keuschheit während ihrer Abwesenheit sicherzustellen, wie es verschiedene Legenden besagen.

Einleuchtend klingt die These, dass sich manche Frauen der vergangenen Jahrhunderte diesen Keuschheitsgürtel bei Bedarf selbst anlegten, um bei Raubzügen oder Überfällen durch irgendwelche Feinde oder bei weiten Reisen gegen drohende Vergewaltigungen geschützt zu sein. Eine weitere Theorie besagt, dass Keuschheitsgürtel als Folter- und Marterinstrumente verwendet oder in Nonnenklöstern als Instrumente der Zucht benutzt wurden.

Welche Mythen beruhen auf Fakten und welche wissenschaftliche Erkenntnisse haben wir zu diesem Gegenstand? Dies erfahren Sie kompakt in „15 Minuten Kunstpause.“

 

 



Vergangene Ausgaben

Charles Pollock, #99, 1968, Acryl auf Leinwand, 213 x127 cm, Charles Pollock Archives, Paris. Foto und © Charles Pollock Archives

Mittwoch, 18.10.2017, 12.30 Uhr

„Farbfelder" (Eintritt frei)
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"

Jessica Neugebauer M.A.

Charles Pollocks Farbfeldmalerei steht im Fokus der 15-minütigen Kunstpause im mpk am 18.10.17. Was unterscheidet seine Malerei von der seines berühmten Bruders Jackson Pollock, der durch seine „Drippings" und das „Action Painting" bekannt wurde?

Erstmals werden die Werke von Charles Pollock in einem deutschen Museum gezeigt. Seine Arbeiten lassen sich der Farbfeldmalerei (Color Field Painting) zuordnen. In 15 Minuten Kunstpause wird die Familie Pollock beleuchtet und verdeutlicht, worin sich das künstlerische Schaffen der beiden berühmten Brüder unterscheidet.

 

Charles Pollock, Rome Eight, 1963, Öl auf Leinwand, 170 x 140 cm, Charles Pollock Archives, Paris, Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives

Mittwoch, 04.10.2017, 12.30 Uhr

„Der Künstler in Rom" (Eintritt frei)
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"

Dr. Annette Reich

1962/63 entstand in Rom eine Serie, bestehend aus Gemälden, Aquatinten und Zeichnungen, in der Charles Pollock die Beziehung zwischen Form und Farbe variierte und intensivierte. Pollock war mit seiner Frau Sylvia während eines Sabbatjahres in Europa unterwegs und besuchte unter anderem Italien. „Rome Eight" aus dem Jahr 1963 wirkt wie ein Vexierbild. Mal tritt die schwarze Fläche in der Mitte plastisch hervor, ein andermal heben sich zwei Farbfelder in gleichem Farbton vor schwarzem Hintergrund ab. Indem der Maler die Flächen nach allen Seiten hin offen lässt, erzielt er eine monumentale Wirkung. Kuratorin Annette Reich erläutert Pollocks Intention und Arbeitsweise, die zeigen, mit welch experimentellem Potential der amerikanische Künstler seinen Weg verfolgte.

 

 

Sam Francis, Untitled (SFP 68-27), 1968, Acryl auf Leinwand, 350 x 395 cm. Foto: mpk, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Sam Francis, Untitled (SFP 68-27), 1968, Acryl auf Leinwand, 350 x 395 cm. Foto: mpk, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.

Mittwoch, 13.09.2017, 12.30 Uhr (Eintritt frei)

„Sam Francis, Kraft des Sichtbaren"
Jessica Neugebauer M.A.

Das 14m² große Bild des amerikanischen Künstlers Sam Francis besticht durch eine leere weiße Fläche, die für den Betrachter zunächst irritierend erscheinen mag. Die Ambivalenz von leerer Fläche und Künstlerintention wird in 15 Minuten Kunstpause näher beleuchtet.

Berühmt wurde Francis für seine Werke mit zum Teil explosionsartig auf die Leinwand aufgetragene Farbe; zugleich auch für das Zurückdrängen der Farbe an den äußeren Bildrand. Erfahren Sie im mpk, was es mit dem erlebnisreichen Sehen einer großen weißen Fläche auf sich hat.

 

Charles Pollock, Untitled, 1966, Acryl auf Leinwand, 183 x 127 cm, Privatsammlung, München / Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives.
Charles Pollock, Untitled, 1966, Acryl auf Leinwand, 183 x 127 cm, Privatsammlung, München / Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives.

Mittwoch, 06.09.2017, 12.30 Uhr (Eintritt frei)

„Pollock der Ältere"
Jessica Neugebauer M.A.

Jackson Pollock – die gefeierte Ikone des amerikanischen „Action Paintings" – hat seinen Platz in der Kunstwelt gefunden. Doch wer war Pollock der Ältere? In „Auf den Punkt gebracht" liegt der Fokus auf Charles Pollock, dem ältesten von fünf Söhnen der Familie Pollock.

Erstmals werden die Werke von Charles Pollock in einem deutschen Museum gezeigt. Seine Arbeiten lassen sich der Strömung der Farbfeldmalerei (Color Field Painting) zuordnen. In 15 Minuten Kunstpause wird die Familie Pollock beleuchtet und verdeutlicht, worin sich das künstlerische Schaffen der beiden berühmten Brüder unterscheidet.

 

Großes Türschloss (Detail) mit Drücker und Schlüssel, 17. Jh., Eisen, Messing, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung. Foto und © mpk
Großes Türschloss (Detail) mit Drücker und Schlüssel, 17. Jh., Eisen, Messing, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung. Foto und © mpk

Mittwoch, 16.08.2017, 12.30 Uhr (Eintritt frei)

„Schlüssel und Schloss"
Gespräch mit Objekten aus dem Depot

Jessica Neugebauer M.A.

Heute sind sie klein und handlich: industriell gefertigte Schlösser und Schlüssel. Ganz anders als sie noch in aufwendiger Handarbeit geschmiedet wurden und auch repräsentative Aufgaben zu erfüllen hatten. Kein Wunder, dass neben der großen handwerklichen Präzision, Schlösser aus dem 17. Jahrhundert durch ihr Dekor faszinieren. Eigens für „Auf den Punkt gebracht" aus dem Depot geholt, kann ein Schloss in direkten Augenschein genommen und vorsichtig unter Anleitung auf- und zugeschlossen werden. Wie die damalige Technik funktionierte und warum welches Dekor gewählt wurde, dazu mehr in 15 Minuten Kunst(handwerk). Zugleich wirft das Schloss einen Schatten voraus auf die im September beginnende Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data".

 

Abb.: Ancuni, 2017, Zirbelkiefer, Acryl, Besitz des Künstlers. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder
Abb.: Ancuni, 2017, Zirbelkiefer, Acryl, Besitz des Künstlers. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder

Mittwoch, 19.07.2017, 12.30 (Eintritt frei)

„Beseelt"
Werkbetrachtung in der Ausstellung Walter Moroder - nzaul d'auter
Jessica Neugebauer M.A.

Tradition und Innovation spiegeln sich in einem rätselhaft anmutigen Körperausdruck der Skulpturen von Walter Moroder. Sujet seines Werks ist der menschliche Körper. Mit diesem setzt sich auch die 15 Minuten Kunstpause auseinander. In der Kurzführung, unter dem Überbegriff „beseelt", werden zwei Skulpturen näher beleuchtet. „Ancuni" zeigt dabei nur einen Teil des menschlichen Körpers – nämlich den Kopf. Als zweites Werkbeispiel wird es um die Skulptur „Se teni" gehen, welche in der Ausstellung sowie als Außenplastik auf der Treppe des Museums zu finden ist.
Walter Moroder zeigt mit seinen skulpturalen Wesen nuancenreiche Facetten des menschlichen Körpers. Doch wo befinden sich diese Wesen? Sind sie anwesend oder abwesend? Viele der ausgestellten Werke scheinen in sich zu ruhen und innerlich von etwas erfüllt zu sein, das sich dem Betrachter letztendlich nicht erschließt. Beseelt und ganz bei sich stehen oder sitzen die meist weiblichen Figuren. Der Künstler hat dabei eine Formensprache entwickelt, die gemeinsam in 15 Minuten besprochen wird.

Abb.: Sun fonz, 2010, Linde, Acryl, Galerie Appel, Frankfurt am Main. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder
Abb.: Sun fonz, 2010, Linde, Acryl, Galerie Appel, Frankfurt am Main. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder

Mittwoch, 05.07.2017, 12.30 (Eintritt frei)

„Erwartungsvoll"
Werkbetrachtung in der Ausstellung Walter Moroder - nzaul d'auter
Jessica Neugebauer M.A.

In nuancenreichen Facetten zeigt Walter Moroder die menschliche Figur, die im Mittelpunkt seines vielfältigen Schaffens steht. Dabei berührt seine Formensprache den Betrachter auf unterschiedliche Art und Weise. Seine meist weiblichen und aufrecht stehenden, lebensgroßen Holzskulpturen erfüllen den Raum durch ihre eigentümliche Präsenz. Scheinbar vertraut und doch fremd muten Moroders Wesen an.
Tradition und Innovation vereinen sich in den rätselhaft anmutigen Körpern der Skulpturen. Die Faszination, die von den Werken ausgeht, wirkt auf jeden Betrachter unterschiedlich und nie eindeutig. Die Figuren scheinen anwesend und abwesend zugleich zu sein. Erwarten sie etwas oder erwartet der Betrachter etwas von ihnen? Diese Frage wird in 15 Minuten Kunstpause besprochen.

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