Auf den Punkt gebracht - 15 Minuten Kunst

Mittwoch, 07.02.2018, 12.30 Uhr

Drachenkopf, Detail eines kleines Truhenschloss mit reichem pflanzlichen Dekor, um 1500, Eisen. Foto und © mpk

„Unerwünschter Zutritt" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Jessica Neugebauer M.A.


Wie sahen Schlösser im Mittelalter aus und welche Schutzmaßnahmen waren ihnen inne? Wie hat sich unser Bedürfnis nach Privatsphäre über die Jahrhunderte entwickelt? Sind wir uns bewusst was Big-Data alles über uns weiß? Diesen Fragen wird in der 15-Minuten Kunstpause auf den Grund gegangen.

Dabei wird aufgezeigt, wie in früheren Zeiten wertvolles Eigentum und wertvolle Botschaften geschützt wurden und wie wir heute damit umgehen. Welche Risiken und welche Chancen ergeben sich durch unser heutiges mediales Verhalten und der Weiterentwicklung der Technik?

 

Mittwoch, 21.02.2018, 12.30 Uhr

Malte Spohr, Panorama e. S. III A, 2011, Farb- und Silberstift auf Bütten, 21 x 119 cm, Courtesy Galerie Werner Klein, Köln. Foto Markus Hawlik, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

„Lineare Zeichnung" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Malte Spohr - Aufzeichnungen"
Dr. Heinz Höfchen

Ein besonderes Augenmerk im Gespräch gilt der Linie in den Zeichnungen Malte Spohrs. Der Künstler hat dabei für seine ästhetischen Zwecke ein eigenes zeichnerisches Verfahren entwickelt. Mit parallel untereinander gezogenen Linien füllt er in einem langsamen zeichnerischen Prozess das Blatt von oben nach unten. In seiner einfühlsamen Empfindung lebt Spohrs Arbeit von der sinnlich-konkreten Beschäftigung mit Intensität und Rhythmus der Lineatur. Spohrs Zeichnungen beruhen auf eigenen Fotografien, die für ihn die Funktion von Skizzen annehmen: er reduziert die Aufnahmen am Rechner unter Negierung von Binnenzeichnung auf eine Grundstruktur aus hellen und dunklen Partien, die in ihrer Komplexität und ihrer Übersetzung ins Zeichnerische strukturelle Realität abbilden.

 

Vergangene Ausgaben

Abb.: Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum, Paderborn.

Mittwoch, 17.01.2018, 12.30 Uhr

„Verschluss und Verschlüsselung" (Eintritt frei)
In der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Jessica Neugebauer M.A.

Wie aufwendig Schlösser im 15. und 16. Jahrhundert hergestellt wurden um Wertvolles zu schützen und wie einfach wir heute unsere Daten ohne Schutz preisgeben – das wird in der „15 Minuten Kunst" Mittagspause anhand verschiedener Objekte der derzeitigen Sonderausstellung erläutert.

Über den Cäsar-Code und das manuelle „One-Time-Pad"-Verfahren bis zur maschinellen Chiffrier-Maschine, von denen die bekannteste die Enigma ist, werden verschiedene Verschlüsselungsformen vorgestellt. Es wird deutlich, wie in früheren Zeiten wertvolles Eigentum und wertvolle Botschaften geschützt wurden und wie wir heute damit umgehen.

 

Frank Badur, Ohne Titel, 2016, Farbholzdruck in vier Farben. Foto: mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Mittwoch, 06.12.2017, 12.30 Uhr

„Lineare Poesie" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Frank Badur – Less is more"
Dr. Heinz Höfchen

Ein besonderes Augenmerk im Gespräch gilt dem Hochdruck im graphischen Schaffen Badurs. Die Berliner Tabor Presse hat seit 2009 statt des konventionellen Holzschnitts für die Streifen-Bilder Badurs den Druck von exakt gesägten Formen aus mitteldichter Faserplatte entwickelt: Diese von der Galerie Jordan/Seydoux herausgegebenen Drucke bestechen mit satter, samtiger Farbtiefe und überwältigender Präsenz. In ihnen finden sich alle bezeichnenden Charakteristika der Arbeiten Badurs: Sie leben von der sinnlichen Beschäftigung mit Farbe und Lineatur. Dabei fordern Intensität, Rhythmus, Kraft und Klang der Farben und Formen neben einer sachlich-klaren Annäherung auch die einfühlsame Empfindung des Betrachters.

 

Keuschheitsgürtel, Süddeutschland / Österreich, 19. Jh., Eisen (geschmiedet), 23 cm Durchmesser, Schell Collection Graz, Inv.-Nr.: 6221. Foto und © Schell Collection, Graz

Mittwoch, 15.11.2017, 12.30 Uhr

„Mythos Keuschheitsgürtel“ (Eintritt frei)
In der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data“
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Die Verbreitung und Anwendung von Keuschheitsgürteln ist unter Historikern äußerst umstritten. Vermutlich stammt die Erfindung aus der Zeit der italienischen Frührenaissance. Es ist also keineswegs wissenschaftlich gesichert, dass die Ritter - während sie sich auf Kreuzzug befanden - ihre Gattinnen und eventuelle Mätressen in Eisen legten, um deren Treue und Keuschheit während ihrer Abwesenheit sicherzustellen, wie es verschiedene Legenden besagen.

Einleuchtend klingt die These, dass sich manche Frauen der vergangenen Jahrhunderte diesen Keuschheitsgürtel bei Bedarf selbst anlegten, um bei Raubzügen oder Überfällen durch irgendwelche Feinde oder bei weiten Reisen gegen drohende Vergewaltigungen geschützt zu sein. Eine weitere Theorie besagt, dass Keuschheitsgürtel als Folter- und Marterinstrumente verwendet oder in Nonnenklöstern als Instrumente der Zucht benutzt wurden.

Welche Mythen beruhen auf Fakten und welche wissenschaftliche Erkenntnisse haben wir zu diesem Gegenstand? Dies erfahren Sie kompakt in „15 Minuten Kunstpause.“

 


Charles Pollock, #99, 1968, Acryl auf Leinwand, 213 x127 cm, Charles Pollock Archives, Paris. Foto und © Charles Pollock Archives

Mittwoch, 18.10.2017, 12.30 Uhr

„Farbfelder" (Eintritt frei)
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"

Jessica Neugebauer M.A.

Charles Pollocks Farbfeldmalerei steht im Fokus der 15-minütigen Kunstpause im mpk am 18.10.17. Was unterscheidet seine Malerei von der seines berühmten Bruders Jackson Pollock, der durch seine „Drippings" und das „Action Painting" bekannt wurde?

Erstmals werden die Werke von Charles Pollock in einem deutschen Museum gezeigt. Seine Arbeiten lassen sich der Farbfeldmalerei (Color Field Painting) zuordnen. In 15 Minuten Kunstpause wird die Familie Pollock beleuchtet und verdeutlicht, worin sich das künstlerische Schaffen der beiden berühmten Brüder unterscheidet.

 

 

 

Charles Pollock, Rome Eight, 1963, Öl auf Leinwand, 170 x 140 cm, Charles Pollock Archives, Paris, Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives

Mittwoch, 04.10.2017, 12.30 Uhr

„Der Künstler in Rom" (Eintritt frei)
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"

Dr. Annette Reich

1962/63 entstand in Rom eine Serie, bestehend aus Gemälden, Aquatinten und Zeichnungen, in der Charles Pollock die Beziehung zwischen Form und Farbe variierte und intensivierte. Pollock war mit seiner Frau Sylvia während eines Sabbatjahres in Europa unterwegs und besuchte unter anderem Italien. „Rome Eight" aus dem Jahr 1963 wirkt wie ein Vexierbild. Mal tritt die schwarze Fläche in der Mitte plastisch hervor, ein andermal heben sich zwei Farbfelder in gleichem Farbton vor schwarzem Hintergrund ab. Indem der Maler die Flächen nach allen Seiten hin offen lässt, erzielt er eine monumentale Wirkung. Kuratorin Annette Reich erläutert Pollocks Intention und Arbeitsweise, die zeigen, mit welch experimentellem Potential der amerikanische Künstler seinen Weg verfolgte.

 

 

Charles Pollock, Untitled, 1966, Acryl auf Leinwand, 183 x 127 cm, Privatsammlung, München / Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives.
Charles Pollock, Untitled, 1966, Acryl auf Leinwand, 183 x 127 cm, Privatsammlung, München / Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives.

Mittwoch, 06.09.2017, 12.30 Uhr (Eintritt frei)

„Pollock der Ältere"
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"
Jessica Neugebauer M.A.

Jackson Pollock – die gefeierte Ikone des amerikanischen „Action Paintings" – hat seinen Platz in der Kunstwelt gefunden. Doch wer war Pollock der Ältere? In „Auf den Punkt gebracht" liegt der Fokus auf Charles Pollock, dem ältesten von fünf Söhnen der Familie Pollock.

Erstmals werden die Werke von Charles Pollock in einem deutschen Museum gezeigt. Seine Arbeiten lassen sich der Strömung der Farbfeldmalerei (Color Field Painting) zuordnen. In 15 Minuten Kunstpause wird die Familie Pollock beleuchtet und verdeutlicht, worin sich das künstlerische Schaffen der beiden berühmten Brüder unterscheidet.

 

 

 

 

 

Großes Türschloss (Detail) mit Drücker und Schlüssel, 17. Jh., Eisen, Messing, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung. Foto und © mpk
Großes Türschloss (Detail) mit Drücker und Schlüssel, 17. Jh., Eisen, Messing, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung. Foto und © mpk

Mittwoch, 16.08.2017, 12.30 Uhr (Eintritt frei)

„Schlüssel und Schloss"
Gespräch mit Objekten aus dem Depot

Jessica Neugebauer M.A.

Heute sind sie klein und handlich: industriell gefertigte Schlösser und Schlüssel. Ganz anders als sie noch in aufwendiger Handarbeit geschmiedet wurden und auch repräsentative Aufgaben zu erfüllen hatten. Kein Wunder, dass neben der großen handwerklichen Präzision, Schlösser aus dem 17. Jahrhundert durch ihr Dekor faszinieren. Eigens für „Auf den Punkt gebracht" aus dem Depot geholt, kann ein Schloss in direkten Augenschein genommen und vorsichtig unter Anleitung auf- und zugeschlossen werden. Wie die damalige Technik funktionierte und warum welches Dekor gewählt wurde, dazu mehr in 15 Minuten Kunst(handwerk). Zugleich wirft das Schloss einen Schatten voraus auf die im September beginnende Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data".

 

 

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